Heilerausbidung München

Wenn interessante Fakten dargelegt werden und von neuen wissenschaftlichen Beobachtungen berichtet wird, ist das Publikum vor allem dann überzeugt, wenn »objektive« Messungen, möglichst auch mit größerem apparativen Aufwand, durchgeführt wurden.

 

Menschen können ja sozusagen viel erzählen, ein Apparat lügt nicht. Lassen Sie uns diesen Gedanken zum Anlass nehmen, die Rolle zwischenmenschlicher Beziehungen in einer »objektiven« Welt zu bestimmen. Ein interessantes Experiment, das kürzlich von einer – international renommierten – italienischen Forschergruppe durchgeführt wurde, ergab einen ziemlich erstaunlichen Hinweis darauf, dass das Gehirn unsere Apparate-Gläubigkeit nicht teilt. 

 

Nicht nur unser seelisches Empfinden, sondern – für manchen vielleicht überraschend – auch die neurobiologische Ausstattung unseres Gehirns ist, wie wir in den folgenden Kapiteln sehen werden, auf gute zwischenmenschliche Beziehungen angewiesen. 

Wenn im Leben eines Menschen Angst, anhaltende Traurigkeit, Stressgefühle oder andere emotionale Schwierigkeiten auftauchen, dann hat dies in der Regel damit zu tun, dass im Rahmen einer bedeutsamen zwischenmenschlichen Beziehung dieses Menschen wichtige emotionale Anliegen beziehungsweise Bedürfnisse in Gefahr geraten sind. Manchmal weiß man in einer solchen Situation weder, welche Gefühle es sind, die nicht »stimmen«, noch, welche Beziehung das wirkliche Problem ist. 

 


Giacomo Rizzolatti und seine inzwischen berühmt gewordene Arbeitsgruppe aus Parma sind die Entdecker der so genannten »Spiegel-Nervenzellen« (auch »Spiegel-Neurone« oder »mirror neurons« genannt). Diese können sich das, was wir bei einem anderen Menschen beobachten, so einprägen, dass wir es selbst fühlen, aufgrund dessen aber auch besser nachahmen können (das Erste, was Säuglinge an kommunikativem Verhalten zeigen, ist der Versuch, mütterliche Gesichtsausdrücke und den Klang ihrer Stimme zu »spiegeln«,. Die Wissenschaftler um M. Alessandra Umiltà und Giacomo Rizzolatti entdeckten in einem Versuch mit Affen (die neurobiologisch unsere allernächsten Verwandten sind), dass Spiegel-Nervenzellen des Gehirns nur dann »ansprechen«, wenn eine beobachtete Handlung von einem lebenden Artgenossen höchstpersönlich durchgeführt wird (wenn der gleiche Vorgang mit einem Instrument vollzogen wurde, zeigte sich bei den Spiegel-Nervenzellen keine Reaktion). 

 

Hinweis: Bitte die mit * gekennzeichneten Felder ausfüllen.